Bestellerprinzip

Das Bestellerprinzip wird durch eine Änderung von § 2 des Wohnungsvermittlungsgesetzes (WoVermittG) eingeführt. Wichtig: Dieses Gesetz gilt nur für die Vermittlung von Mietverträgen über Wohnungen. Die Vermittlung von Käufern fürEigentumswohnungenoder Grundstücke bleibt von der Reform ausgenommen. Hier wird es auch künftig die Regel sein, dass der Käufer den Makler bezahlt.

 

Was ändert sich bei der Vermittlung von Mietwohnungen?

Bisher war es anerkannte Rechtsprechung, dass der Mieter den Makler zahlen muss, wenn er sich von ihm eine Wohnung zeigen und vermitteln ließ und vorher über die Provision informiert worden war. Ob zunächst der Mieter oder der Vermieter den Makler beauftragt hatte, war unerheblich. Auch waren mündliche Maklerverträge die Regel.

Der Makler darf künftig vom Mieter nur dann eine Provision verlangen, wenn dieser ihn ausdrücklich in Textform beauftragt hat. Sobald also ein Vermieter den Makler einschaltet, muss der Mieter keine Provision zahlen. Das gilt selbst dann, wenn der Mieter damit einverstanden ist, die Courtage zu übernehmen. In diesem Fall muss trotzdem der Vermieter zahlen.

Hierdurch will der Gesetzgeber etwaige Umgehungsversuche der Makler verhindern. Verstöße werden mit einer hohen Geldbuße von bis zu 25.000 Euro bestraft.

Problematisch wird es künftig für den Makler, wenn sich zwar ein Mieter direkt an ihn wendet, der Makler ihm aber eine Wohnung aus seinem Bestand anbieten will. Nach dem Wohnungsvermittlungsgesetz benötigt der Makler die Zustimmung des Vermieters, damit er die jeweilige Wohnung anbieten kann. Nach der Reform muss der Mieter dem Makler nur dann eine Provision zahlen, wenn der Makler extra für ihn diese Zustimmung des Vermieters eingeholt hat. Hat der Makler den Vermieter bereits aufgrund eines anderen Auftrags kontaktiert und die Wohnung daher schon in seinem Bestand, kann er vom zweiten Mietinteressenten keine Provision mehr verlangen. Das gilt auch, wenn der Interessent ihn direkt beauftragt hat. Damit schießt der Gesetzgeber weit über den eigentlichen Zweck der Regelung hinaus, da Makler die Wohnungen regelmäßig mehreren Interessenten zeigen und eben nicht „ausschließlich“ einem einzigen.

 

Beauftragung von Maklern kann sich für Vermieter lohnen

Als Vermieter könnten Sie sich nun die Frage stellen, ob Sie bei der Neuvermietung überhaupt einen Makler beauftragen sollten, wenn Sie die Provision aus eigener Tasche bezahlen müssen.

Die Vermietung in Eigenregie spart an dieser Stelle zwar Kosten, bringt aber einen nicht zu unterschätzenden Aufwand mit sich. Wer keinen Makler in Anspruch nimmt, muss sich selbst um die Inserate kümmern, die Buchungen veranlassen und die Kosten übernehmen. Auch die Besichtigungen kosten mitunter deutlich mehr Zeit, wenn kein Makler diese Aufgabe übernimmt.

Daher sollten Sie als Vermieter nicht nur auf die Höhe der Maklergebühr achten, sondern auch den tatsächlichen Wert der Leistung abschätzen. Vor allem bei Objekten, die nicht in der Nähe des Wohnortes liegen oder bei denen mit vielen Besichtigungen zu rechnen ist, kann sich aus Sicht des Vermieters der Einsatz eines Maklers durchaus lohnen.